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Heimatkundeverein Die Düffel

Düffel

Das Gebiet der Düffel

Die Düffel

Hiermit wird ein Poldergebiet bezeichnet, das linksrheinisch zwischen Nijmegen in den Niederlanden und Kleve in Deutschland liegt. Die Gesamtfläche der Düffel beträgt über 10.000ha. Etwa 6000ha. befinden sich auf heutigem deutschen Gebiet.
Im Norden bildet der Rhein beziehungsweise auf der niederländischen Seite die Waal die Grenze des Naturschutzgebietes Düffel.
Im Süden wird die Grenze auch auf natürliche Weise durch eine Reihe schön bewaldeter Hügelrücken, die sich von Nijmegen bis nach Kleve und noch weiter erstrecken, gebildet. Der Reichswald, das größte zusammen- hängende Waldgebiet Nordrhein Westfalens zeigt sich hier als natürliche Grenze.
Die Hügel sind die Reste (Endmoränen) der riesigen Gletscher aus den Eiszeiten. Die Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, läuft quer durch die Düffel, und ein Teil der Grenze wird durch den Querdamm in Zyfflich markiert.
Im Osten wird das Gebiet der Düffel vom Griethauser Alt-Rhein, der an den Orten Rindern, Düffelward und Keeken vorbeiführt begrenzt.
Auf deutscher Seite rechen wir heute folgende Orte zur Düffel:
Bimmen, Donsbrüggen, Düffelward, Frasselt, Keeken, Kellen, Kranenburg, Mehr, Niel, Nütterden, Schenkenschanz, Wyler und Zyfflich.
Auf niederländischer Seite
: Beek, Erlecom, Kekerdom, Leuth, Millingen, Ooij, Persingen, Ubbergen und die Flecken: Tiengeboden, Groenlanden und Wercheren.
Die Niederrheinische Landschaft der Düffel zählt sicherlich zu den abwechselungsreichsten Landschaften in West-Europa.
Eine weite, schöne Flusslandschaft, durch die der Rhein in weiten Bögen majestätisch nach Westen fließt.

Ursprünglich, vor Millionen Jahren, war das Gebiet der Düffel noch ein untiefes Küstenmeer. Damals lag die Küstenlinie ungefähr auf der Linie Gennep - Kleve. Heute liegt sie etwa 130 km weiter westlich.
Während der Eiszeiten, wenn das Tauwetter eintrat, verwandelten sich die Schmelzwasserflüsse in riesige Schlammströme, die den Boden ausspülten und in das Küstenmeer abführten. Das Küstenmeer änderte sich allmählich in eine große Ebene von Kies, Sand und Lehm, worüber die vielen Rhein- und Maasarme ihre Ladungen Lehm, Sand und Kies transportierten.
In der vorletzten Eiszeit, vor etwa 200.000 Jahren, fiel so viel Schnee, dass sich in dem Skandinavischen Hochland eine enorm dicke Gletscherkappe bildete.

Diese Kappe dehnte sich nach allen Seiten aus, überquerte als Gletscher die Ostsee und schob sich über Norddeutschland in die Niederlande.

Diese Landeiszungen gruben tiefe Becken in das Land u. a. auch in das Gebiet der Düffel
(Noch gut erkennbar am Becken von Kranenburg - Groesbeek - siehe Karte ).

Die verdrängten Erdmassen lagerten sich in Form von Wällen ab, welches jetzt noch an den Hügelrücken in Kleve, des Reichswaldes und in Nijmegen, aber auch an der südlichen Veluwezoom, dem Veluwemassiv und Montferland erkennbar ist.
Nach dem Zurückweichen des Eises füllten sich die Becken wieder mit Schmelzwasser, Sand und Kies.
Die ursprünglichen Stauwälle nördlich von Nijmegen, wurden von den Flüssen zwischen
Kleve und Elten abgetragen oder durchbrochen.
Heute ist diese Gebiet bekannt als "De Gelderse Poort".

Während der letzten Eiszeit, hat ein wild fließendes Flusssystem, mit Gletscher- und mitteleuropäischem Schneeschmelzwasser die Düffel umgestaltet in eine weite Kiessand-Flussfläche.
Kurz vor dem Ende dieser Eiszeit - etwa vor 12.000 Jahren, haben diese Wasserflüsse sich in die Betuwe zurückgezogen und schliffen dort in den Boden eine Rinne (mehr als 5 m tief) die sich eventuell auch bis in die nördliche Düffel ausdehnte.

Südlich der Linie Rindern - Niel - Persingen wurde die Sand-Kies-Fläche der Eiszeit (die niedrige Terrasse) nicht abgetragen. Die Flussarme zogen sich aus dieser Fläche zurück, obwohl sie wohl während der letzten Überschwemmungen örtlich Lehmschichten hinterlassen haben.
Am Ende der Eiszeit, vor ca. 11.000 bis 12.000 Jahren, haben sich örtlich noch Flugsandrücken auf den übrig gebliebenen Teilen der Niederterrassen gebildet, was noch in Persingen und Zyfflich zu sehen ist. Über Jahrtausende füllte der Rhein sein Bett in der Betuwe und in der nördlichen Düffel mit Kies, Sand und Lehm.
Nur 4000 Jahre später erreichte das Niveau dieses Auffüllmaterials die Stufe der Niederterrassen. Hierdurch konnte der Rhein zum ersten Mal seit 8000 Jahren bei Hochwasser wieder die südliche Hälfte der Düffel überschwemmen und lagerte hier ebenfalls eine junge Lehmschicht ab.
Darum ist die Ablagerung von Lehm in der südlichen Hälfte der Düffel weniger stark als in dem nördlichen Teil dieses Poldergebiets. Örtlich wird diese junge Lehmdecke noch unterbrochen von den höchsten Teilen der Niederterrasse u. a. bei Mehr.
Auch die Flugsandrücken von Persingen und Zyfflich blieben gegen die jüngeren Lehmablagerungen geschützt.

Mit Entstehung der ersten Uferwälle und dem Vorufergebiet (bestand überwiegend aus Lehm) haben die ersten Menschen sich in der Düffel niedergelassen. Die ältesten Spuren findet man in der Niederterrasse bei Mehr und im Flugsandrücken von Zyfflich.

In der Bronzezeit wanderten die Menschen auch in die jüngsten Tongebiete ein u. a. in Millingen, wie Funde aus der Zeit bis 300 v. Christus belegen.
In Zeiten vieler Überschwemmungen zogen sich die Bewohner aber wieder von den Uferwällen zurück. In der späteren Eisenzeit und in der römischen Zeit aber waren das Flusstongebiet und die höheren Uferwälle schon ziemlich dicht bewohnt und der Ackerbau dehnte sich aus.
Genau wie die örtliche Bevölkerung nutzten auch die Römer die höheren Gebiete der Düffel z.B. Niel, Zyfflich und Persingen. Auch die Uferwälle wurden von den Römern für ihre Verbindungswege genutzt.

Im Jahr 250 nach Chr. wurden viele Uferwälle auf Grund von Flussverlagerungen und Überschwemmungen weggespült.
Die Bevölkerung verließ das Gebiet, kehrte aber im Merowingischen Zeitalter (550–700 n. Chr.) und im Karolingischem Zeitalter (750-1000 n. Chr.) wieder zurück.
Neue Flusswälle (Millingen - Kekerdom - Erlecom - Tiengeboden - Nijmegen) entstanden.

Ab dem 8ten Jahrhundert fingen die Bewohner an sich gegen das Wasser durch die Anlage kleiner Ringdeiche um die Niederlassungen zu schützen.
Dennoch wurde das Gebiet noch häufig überschwemmt, und meterdicke lehmige Ablagerungen blieben zurück.
Im 13ten Jahrhundert wurde Ooij vollständig überflutet, und mit 60 bis 100 Zentimetern Ufersand bedeckt.
Die jungen Uferwälle westlich von Millingen wurden auf diese Weise bis 11Meter über NAP
(Neuer Amsterdammer Pegel) erhöht, und das ist reichlich über dem Niveau des Ufervorlandes.
Diese Art von Katastrophen führte schließlich zum Bau von Deichen. Der Erste: Kleve - Millingen - Kekerdom - Wylermeer war um das Jahr 1300 fertig.
Kurz danach folgte Wercheren - Ooij (Kerkdijk) - Tiengeboden - Nijmegen.

Bis jetzt waren nur die Ufergründe kultiviert worden, aber jetzt konnte man auch mit dem abholzen und kultivieren der Sumpferlenwälder beginnen, die vorher stets überschwemmt worden waren. Um das Jahr 1300 verschwand auch der letzte Urwald aus der Düffel, heute bekannt als Kranenburger Bruch (= Sumpf, Moor).
Die Bodenbeschaffenheit ließ nur Weidegrund zu und so richteten sich die Menschen auf die Produktion von Milcherzeugnisse ein.

Die Eindeichung unterbrach jedoch auch die natürliche Entwicklung der Düffel. Dadurch, und durch die Verengung des Raumes der dem Fluss bei Hochwasser zur Verfügung stand, wurden die Hochwasserstände bedeutend höher als früher, und Deichbrüche traten häufiger auf und verursachten Löcher (sogenannte Kolken, Wielen, Waajen) sowie Spülsandfächer.

Dörfer mussten sicherheitshalber auf den Uferwallgebieten, oder in den Niederterrassen auf den Flugsandrücken angelegt werden. Aber auch da waren sie nicht ganz sicher. Die Flüsse verlegten ihren Lauf ständig.

Im 15ten und 16ten Jahrhundert wurde durch eine seitliche Verlagerung des Rheins der Uferwall von Rindern - Millingen untergraben und teilweise weggespült, wodurch der nördliche Ausläufer des Ortes Düffelward verwüstet wurde.

Im Jahr 1820 wurde u. a. Millingen und Persingen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das blühende Bauerndorf Persingen wurde gar ganz, bis auf die Kirche und einige wenige Häuser, die auf dem höchsten Punkt der Flugsandrücken lagen, weggespült.

Es folgten schwere Überschwemmungen in den Jahren 1830 (Durchbruch bei dem Spruitenkamp und das Entstehen der “ Koekse Kolk”, sowie in den Jahren 1834, 1855, 1861, 1876, 1879, 1914, 1920 und 1926. In dem Flußvorland haben sich seit dem Mittelalter nur wenige Bauern niedergelassen.
Diese schützten ihre Höfe dadurch, dass sie diese allmählich zu Wohnhügeln erhöhten (Wierden oder auch Pollen). Viele alte Bauernhöfe in der Düffel liegen heute immer noch auf solchen “ Pollen.”

Seit den letzten gravierenden Überschwemmungen um das Jahr 1920 scheint der Mensch Herr der Lage zu sein, obwohl auch in den 90 ziger Jahren die Natur ihre Macht zeigte, und letztlich dafür sorgte, dass sowohl auf niederländischer als auch auf deutscher Seite enorme Anstrengungen unternommen werden, die Bevölkerung vor dem Hochwasser zu schützen.

Hinweis zu dieser Seite:

Die Daten über die Düffel wurden mir freundlicherweise durch Herrn Henk Oteman zur Verfügung gestellt, der eine wirklich umfassende und beeindruckende Webseite zum Thema Düffel erstellt hat.

Auf seiner Webseite finden sich noch weitere umfangreiche Informationen zur Düffel!

Ein Besuch der Webseite lohnt sich! - http://www.opdefiets.net/oteman/duffeltduits.htm
Vielen Dank Henk!