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Querdamm

Deichdurchbruch 1926

Der Querdamm in Zyfflich
Teiche, Flüsse, feuchte Wiesen- und Moorlandschaften sowie eine vielfältige Baum- und Strauchkultur kennzeichnen die Düffel. Aber auch Hochwasser und Überschwemmungen gehören zur Düffel und prägten diese schließlich über die Jahrhunderte.
Schon früh begangen die Menschen sich gegen das Wasser zu wehren. Der häufigen Verlagerung der Fluss- bette setzten sie so genannte Ringwälle entgegen, die sie von ihren Höfen aus, die sich auf erhöhten Uferwällen befanden, als Schutz anlegten.
Die so angelegten Deiche schützten die Menschen über Jahrhunderte vor dem Hochwasser. Dennoch blieb das Wasser immer gefährlich, trat es doch immer wieder einmal über die Deiche, oder die Deiche brachen.
Auch die Polder (ausgeworfene natürliche bzw. durch Rückdrängung des Meeres, der Flüsse mittels Deich-bauten und Trockenlegung gewonnenes Land ) konnten die Wassermassen oft nicht aufnehmen, und so wurden ganze Ortschaften überschwemmt.
Nachdem sowohl auf niederländischer als auch auf deutscher Seite der Düffel Deiche aufgebaut waren, gingen die Niederländer (17- 18 Jahrhundert) dazu über, bei Hochwasser der Waal, das Wasser über die niedrigen Deiche in den Ooypolder strömen zu lassen. Das deutsche Gebiet der Düffel wurde so bis Rindern und Donsbrüggen überschwemmt.
Die niederländischen Bauern im Ooypolder hatten nichts gegen das Hochwasser, schließlich konnten ihre fetten Wiesen das Hochwasser mit viel Ton gut gebrauchen. Den deutschen Bauern, die überwiegend Ackerbau betrieben, fügte das Hochwasser jedoch enorme Schäden zu.
1852 - 1854 wurde deshalb in der Düffel bei Zyfflich ein Querdamm (niederl.: "dwarsdam") gebaut.
Der Damm reichte von der Thornschen Mühle (siehe Bild unten; Das Gebiet und die Bauwerke Thornsche Mühle wurden im 2. Weltkrieg vollkommen zerstört. Heute gibt es Bestrebungen die Thornsche Mühle wieder aufzubauen) bis zur Hügelkette (Teufelsberg - Duivelsberg) in Wyler.

Beim "großen Hochwasser" von 1926 leistete der Querdamm den Niederländern noch ausgezeichneten Dienste, doch nachdem die Niederländer ihre Deiche erhöhten, und 1932 das niederländisch-deutsche "Stoomgemaal" (Wasserschöpfwerk - Pumpstation) gebaut wurde, dass für eine gute Entwässerung des ganzen Gebietes der Düffel in die Waal sorgte, glaubte wohl niemand mehr daran, dass der Querdamm jemals wieder seine ursprüngliche Funktion wahrnehmen müsste.

Nachdem in der jüngsten Vergangenheit der Deich bei Düffelward und Keeken erneuert wurde, gibt es grenzüberschreitende Gespräche, auch das Gebiet rund um den Querdamm und den Querdamm selber zu erhöhen, damit im Falle des "kontrollierten Überflutens" seitens der Niederländer, das Wasser nicht die anliegenden Ortschaften auf deutscher Seite überflutet.

Auf der Webseite www.hoogwaterplatform.nl finden wir die Information, dass die Niederländer beabsichtigen könnten im Falle eines Hochwassers dieses zwischen Millingen a. d. Rijn und Kekerdom in die Düffel einfließen zu lassen, und in Höhe Ubbergen /Nijmegen wieder in die Waal zu leiten.
Soweit die Ortschaften Leuth, Millingen a.d. Rijn und Ooij dann nicht eingedeicht sein sollten, würde diese Orte natürlich vom Hochwasser arg betroffen sein.
Aber auch für Zyfflich und die weitere Umgebung könnte dies erhebliche Auswirkungen haben, die nicht zu unterschätzen sind.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen auf beiden Seiten der Verantwortung stellen, und eine einheitliche, für alle Beteiligten, insbesondere für die Betroffenen Bürger sichere und akzeptable Lösung finden.

Die Bilder aus den Jahren 1926 wurden mir freundlicherweise durch Henk Baron und Wim Ebben (Foto Archiv; bzw. dem Webmaster von
www.hoogwaterplatform.nlJoop Janssen) zur Verfügung gestellt.

Wer sich weiter für dieses Thema interessiert, oder /und schöne Fotos aus der Region rund um Zyfflich inklusive der niederländischen Nachbarn und Freunde interessiert, sollte unbedingt die Seiten:

www.henkbaron.nl
www.hoogwaterplatform.nl
besuchen.

Henk und Joop euch beiden meinen herzlichen Dank für eure Unterstützung.